Gedankensalat: Melancholie trifft Dankbarkeit

Momentan wird ein wichtiges Kapitel in meinem Leben geschrieben. Ich befinde mich quasi an einem Scheidepunkt. Nun gut, wenn ich so darüber nachdenke, dann kann man das nicht wirklich einen Scheidepunkt nennen. Eher der Beginn eines großen Abenteuers, eines neuen Lebensabschnittes oder der Sprung ins Unbekannte.

Ein Abenteuer, an dem ich weiter wachsen werde und das mich aus dem Alltagstrott herausreißt.

Ein neuer Lebensabschnitt, der mir neue Möglichkeiten aufzeigt und der mich hoffentlich endlich zu dem Menschen macht, der ich zu sein bestimmt bin.

Ein Sprung ins Unbekannte, der mich an meine Grenzen bringt, mir neue Wege zeigt und mich meinen Ängsten stellen lässt.

Nervosität kribbelt in meinem Bauch und ich werde unruhig, während der offene Weg vor mir liegt und mich lockt. Vorfreude lässt mein Herz schneller schlagen und ich kann es kaum erwarten loszugehen.

Während ich die letzten Tage in München verbringe, merke ich entgegen meiner eigentlichen Vermutung, dass ich sehr ruhig werde und immer mehr in mich gehe. Ich lehne mich öfters zurück, schaue mich aufmerksam um und versuche so viele Eindrücke wie möglich festzuhalten:

Das Geräusch, wenn die Straßenbahn an meinem Fenster vorbeifährt.

Die vielen lächelnden und fröhlichen Gesichter meiner Kollegen, wenn man sich gegenseitig einen schönen guten Morgen wünscht.

Das laute Hupen der hektischen Autofahrer im Münchner Straßenverkehr.

Die Ansagen in den U-Bahnen (besonders die lustigen zur Wiesnzeit!) und die waghalsigen Fahrten mit den öffentlichen Busen.

Die Sonnenuntergänge an der Isar oder im Nymphenburger Park.

Den Geschmack von einem kühlen Radler im Biergarten und das freundliche „Servus“ von der Bedienung.

So vieles fällt mir jetzt auf, dass ich vorher für selbstverständlich genommen habe. Ist das nicht lustig? Ist das die Ironie des Lebens? Dass man manchmal erst viele Dinge zu schätzen weiß oder dankbar ist, wenn man geht?

Schmunzelnd über diesen Gedankensalat sitze ich an der Isar, meine Füße im kühlen Wasser, und schaue zu den Wolken, durch die sich einzelne Sonnenstrahlen kämpfen.

Ein Hauch Melancholie und tiefe Dankbarkeit erfassen mich, wenn ich an all die Jahre im schönen München und an all die Menschen, die ich hier kennen gelernt habe, denke.

 

Melancholie trifft auf Dankbarkeit.

2 Kommentare zu „Gedankensalat: Melancholie trifft Dankbarkeit

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  1. Ach, ganz ganz ganz genauso wie dir ergeht es mir zur Zeit!! In genau einem Monat werde ich umziehen und meine Ausbildung beginnen… Ich nehme leise Abschied von allem, was mich 20 Jahre begleitet hat, was mir alltäglich war… Es geht nun auf, auf ins ungewisse…
    Ich hoffe, wir beide werden einen guten Start haben😉
    Bist du denn schon umgezogen und hast dich eingelebt?
    Ganz liebe Grüße 😊

    1. Oh, sehr schön! Klingt auch super spannend bei dir! Und auch nach dem Start in ein neues Kapitel. 😉 Super. Ich werde jetzt ein Jahr in Kanada sein und dort leben und arbeiten. 😀 Also auch ein Neuanfang und großer Schritt. Ich bin erst den zweiten Tag da, fühle mich aber schon sehr wohl. Das Englisch hat so seine Startschwierigkeiten, aber nach ein paar Wochen sieht das auch anders aus. Und übrigens ist das auch der Grund, warum ich dir per Mail noch nicht geantwortet habe. ^^‘ Aber die nächsten Tage werde ich sicherlich einen ruhigen Moment finden.
      Wo ziehst du um? Und was für eine Ausbildung ist das?
      Und ja, ich bin mir sicher, dass wir beide das alles hinkriegen. 😉 ich wünsche dir auch nur das Beste und einen wunderbaren Start in das neue Kapitel. 🙂

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