5 Lektionen zum Storytelling, die ich von Marvelfilmen gelernt habe (PART 2)

5 Lektionen zum Storytelling, die ich von Marvelfilmen gelernt habe (PART 2)

Juli 22, 2019 0 Von Julia Valentina

2. Die Thor Metamorphose

aka „Charaktere wachsen und ändern sich mit den Erfahrungen, die sie machen“

Wer Thor noch aus seinen ersten Filmen kennt, der weiß, dass dieser NICHT mehr dem Thor entspricht, den wir jetzt in Endgame gesehen haben. Nicht nur fehlt ihm sein blondes perfektes Haar und der gepflegte Bart, sondern auch sein Charakter hat sich über die Filme geändert.

In den ersten Filmen war Thor noch der eingebildete Thronfolger von Asgard. Seine Lieblingsbeschäftigung neben Trinken und Feiern: Feinde verkloppen.

Darin ist er auch echt gut. Er muss nur auf den Kopf zielen … 😉 #burn

Aus dem ersten Film würde man also Thor folgendermaßen beschreiben:

Er ist ein Hitzkopf, der sich keinerlei Konsequenzen bewusst ist und nur an sich denkt. Jemand, der erst schlägt und dann fragt.

©MarvelStudios

Wegen seinem hitzköpfigen Verhalten wird er von seinem Vater, Odin, als unwürdig deklariert. Dabei verliert er nicht nur seinen geliebten Hammer Miljonir, sondern auch den rechtmäßige Platz als Thronfolger.

Odin nimmt Thor seinen Hammer weg und verbannt ihn. @MarvelStudios

Wenn man Thor sein Lieblingsspielzeug wegnimmt …

Während dem Film lernt Thor allerdings nicht nur, dass sein Papa verdammt streng ist, sondern auch, dass es Wichtigeres gibt, als den Hammer in Feinde rein zu schmettern.

Thor erkennt, was es braucht, um ein guter König UND eine gute Person zu sein. Er ändert sich bereits im Laufe des ersten Filmes und kämpft am Schluss für die Menschen auf der Erde und nicht nur für Prestige und Ruhm.

Und alles, was es braucht ist, dem guten Thor sein Lieblingsspielzeug wegzunehmen und ihn auf die Erde zu verbannen. Da sagt man mal, dass wir Menschen keinen guten Einfluss haben … 😀 Naja, die meisten von uns. Solche Idioten wie Trump ignorieren wir.

Thor, der Gott der Metamorphose

Thor ist der Charakter, der die größte Entwicklung neben Ironman in den Marvelfilmen durchläuft.

Spätestens bei Thor: Ragnarok sehen wir eine Thorversion, die wir vorher noch nicht kannten! Und ich rede nicht (nur) von den kurzen Haaren, sondern von seinem Charakter.

©MarvelStudios (Gott, ich liebe diese Szene!)

Ja, das Äußere ist nicht das Wichtigste, auch bei Chris Hemsworth nicht. 😉

Aber bevor ich weitere 10 Minuten dieses wunderbare Gif anstarre, zurück zu Thors Wandlung:

Thor hat sich also über die Filme von einem hitzköpfigen Thronfolger zu einem loyalen Avengers und würdigen König Asgards gewandelt.

In Ragnarok entdecken wir dann sogar noch eine lustige und kindliche Seite an ihn, während er versucht sein geliebtes Asgard zu retten.

In Infinity War zeigt sich allerdings hinter all dem Humor und seinem Kampfgeist eine traurige Seite. Denn er hat nicht nur seine Familie und Asgard, sondern auch fast alle Bewohner verloren.

Er konnte Ragnarok – das Ende Asgards – nicht verhindern und seine Bewohner beschützen, wie es eigentlich seine Pflicht gewesen wäre. Er macht sich Vorwürfe und ist in Infinity War auf einem Rachefeldzug gegen Thanos, bei dem er dann auch noch versagt.

In Endgame sehen wir ihn dann verletzlich und depressiv. Thor hat all seine Hoffnung und seinen Kampfgeist verloren. Er zerfällt in Selbstmitleid und lässt sich gehen. Auch wenn er als „fetter Thor“ immer noch für Lacher sorgt, ist er ein gebrochener Mann, der alles verloren hat, was er einst geliebt hat.

Am Schluss von Endgame allerdings schafft er es mit Hilfe seiner Freunde und seiner Mutter wieder zu seiner halbwegs alten Form zurück. #doublehammertime

©MarvelStudios

Thors Lektion zum Storytelling:

Wie im echten Leben machen auch Charaktere Wachstum und Änderung durch. Sie werden geprägt durch ihre Erfahrungen, die sie machen. Diese können gut, aber auch schlecht sein.

Thor musste erst ganz tief fallen und sich wie ein absoluter Versager fühlen, um sich zu ändern. Manchmal brauchen Charaktere einen „harten“ Wink mit dem Zaunpfahl, um sich zu ändern. Vor allem, wenn sie so ein Hitzkopf sind wie Thor.

Doch jeder Charakter ist anders und reagiert auch anders auf seine Erfahrungen. Thor hätte auch zur „dunklen Seite“ übergehen oder sich verkriechen, wenn es darum geht für die das Richtige zu kämpfen.

Das Wichtigste im Storytelling ist, dass Charaktere sich ändern und wandeln. Und wenn es nicht sie selbst sind, dann sind es die Menschen oder die Umwelt um sie herum.

Oder wie sagt Thor selbst so schön in „Thor: Ragnarok“:

3. Der Hawkeye Effekt

aka „Die Nebencharaktere sind genauso wichtig wie die Hauptcharaktere.“

Hawkeye ist wohl der meist unterschätzte Avenger im MCU oder der geheime Fanliebling. Bei ihm habe ich manchmal das Gefühl, dass du ihn entweder liebst oder er dich einfach net interessiert.

Aber Hawkeye ein wichtiger Charakter! Das weiß er selbst auch:

Hawkeye, der Mensch unter den Helden

Hawkeye ist jemand, der das Team zusammenhält. Er ist quasi das Fels in der Brandung, denn zwischen all den Superhumans, Genies und Göttern ist er nur ein Mensch, der für die richtige Sache kämpft. Und genau das machte ihn auch so wertvoll.

Denn das zeigt uns als Zuschauer, dass man nicht unbedingt eine Superpower haben muss, um Gutes zu tun.

In dem Film „Avengers: Age of Ultron“ gibt er Scarlet Witch einen netten Peptalk, als diese zu sehr in ihrem Selbstmitleid gefangen ist und sich nicht traut etwas gegen Ultron zu unternehmen. Sie gibt sich die Schuld und fühlt sich gelähmt.

Doch keine Sorge, Scarlet, Papa Clint ist da für dich. 😉

©MarvelStudios

Clint beweist nicht nur seinen Mut, sondern auch seine Menschlichkeit. Er ist der Charakter, der uns als Zuschauer am Nächsten ist. Auch wenn viele das vielleicht nicht sehen wollen.

ABER Clint ist der einzige Mensch unter den Helden. Jemand, der für das Richtige kämpft und der eine Familie hat, die er beschützen will. Er setzt sein Leben auf‘s Spiel, um gegen Alien, Monster und Bösewichte zu kämpfen, die ihm in allem überlegen sind. Nur nicht in seinem Mut und seiner Menschlichkeit.

Und deswegen können wir am meisten mit ihm fühlen. Durch ihn können wir auch ein Teil der Avengers sein.

Denn wenn Clint dabei sein kann, dann warum auch nicht wir?

©MarvelStudios

Nun, okay, vielleicht können wir nicht so cool und ohne Hinschauen irgendwelche Aliens abknallen, aber DAS könnte man immerhin lernen! … irgendwie.

Hawkeyes Lektion zum Storytelling:

Die Hauptcharaktere brauchen Nebencharaktere, die dem Leser oder Zuschauer entweder die Unterschiede aufzeigen oder die Gemeinsamkeiten hervorheben.

Vor allem, wenn die Hauptcharaktere nicht ganz so menschlich sind, braucht es ein Gegenstück. Etwas oder jemanden, der uns an einen Menschen erinnert und in dem man sich hineinversetzen kann.

Nebencharaktere sollten daher nicht unterschätzt werden, denn sie leisten einen wichtigen Beitrag.


Lies Part 1 hier.

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