#2 Writing Prompt: People Protector

#2 Writing Prompt: People Protector

Februar 16, 2019 2 Von Julia Valentina

Writing Prompt: Dein Hauptcharakter kann sich nicht mehr bewegen und wird zu einer Statue.

Charakter: Leonie
Story: People Protector.

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Verdammte Scheiße! Warum kann ich mich nicht mehr bewegen?!
Panik kroch in mir hoch und Angst klammerte sich um mein Herz. Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht mehr atmen konnte.
Fuck, fuck, fuck! Was passiert hier?
Ich versuchte, den Mund zu öffnen, doch ich hatte keine Gewalt über meinen Körper. Egal, wie sehr ich es versuchte, ich konnte mich nicht bewegen. Nicht mal mit dem verdammten kleinen Finger konnte ich wackeln. Blinzelte ich überhaupt?

Fuck, okay, gerate nicht in Panik, dachte ich, obwohl ich schon längst hyperventilieren würde, wenn ich könnte. Ich wollte schreien, auf den Boden stampfen … irgendetwas tun, doch ich war gefangen in meinem Körper. Bewegungslos. Hilflos.

Panik und Angst schraubte sich in meinem Körper zusammen, während ich mit den Augen die Umgebung einfing. Ich sah den blauen Himmel über mir, hörte Vögel zwitschern und Blätter rauschen. Aber ich war nicht in einem beschissenen Paradies. Ich war in der Hölle!

Ich merkte, wie Tränen meine Augen feucht werden ließen.
Fuck, nein! Du wirst hier jetzt nicht anfangen zu flennen! Reiß dich zusammen … wahrscheinlich ist das nur ein beknackter Traum. Ein richtig mieser Alptraum. Genau! Das muss es sein … warum kann ich mich nicht erinnern, was passiert ist?
Ich schloss die Augen und zwang die Panik zurück. Aber sie tobte in mir wie ein Sturm – suchend nach einem Ventil. Der Druck wurde größer und größer und schnürte mir die Kehle zu.
Das ist nur ein Traum. Das ist nur ein Traum, wiederholte ich wie ein Mantra in meinem Kopf. Das ist nur ein Traum. Alles wird gut … wach einfach auf …

Ich öffnete die Augen, doch ich konnte mich immer noch nicht bewegen. Ich starrte immer noch in den blauen Himmel. Sah genau dieselben Wolken.

VERF#&%TE SCH§$‘**E!!!!!!!

„Hey Boss, hier steckst du!“, erklang Ricks Stimme hinter mir.

RICK! Gott-sei-Dank!

„Warum liegste hier am Bod’n rum?“ Ricks Gesicht tauchte über mir auf. Ich hatte den ganz schlimmen Drang, ihm in sein dümmlich drein schauendes Gesicht zu schlagen.
Verdammt, ist das jetzt real? Oder ist das ein verdammt nerviger Traum?
„Boss? Warum sagste nix?“ Rick hob eine Augenbraue und musterte mich von oben bis unten.
Ich sage nichts, weil ich nicht kann! Verdammt, Rick, siehst du nicht, dass ich wie eine verdammte Statue bewegungsunfähig bin?!
Ich starrte ihn unverwandt an und in der banalen Hoffnung, dass er meine Gedanken in meinem Blick ablesen konnte.

„Boss?“, fragte Rick erneut und kniff die Augen zusammen, bevor er aufsah zu etwas, was ich nicht sehen konnte.
Meine Fresse! Sonst bist du doch auch nicht so begriffsstutzig.
„Hey Am! Ich glaub‘, Leonie wurd‘ verzaubert. Sie bewegt sich nich‘ und sie riecht, als wär‘ sie in ‘nen Curry reingefall‘n.“
Ich rieche nach Curry? Das wird ja immer besser …

„Was?“ Amalies Gesicht tauchte über mir auf. Ihre Augen waren geweitet. „Bei den Waldgeistern! Du hast Recht! Ich sehe die Magie an ihr kleben … aber es ist eine seltsame Magie.“
Warum seid ihr beide hier? Und warum seid ihr in euren PP-Uniformen? Haben wir einen Einsatz? … Trage ich auch eine Uniform? Und warum kann ich mich an nichts erinnern?!

„Kannst du des beheb‘n?“, wandte sich Rick an Amalie, die vor mir auf die Knie ging.
„Leo, keine Sorge, ich versuche den Zauber zu brechen. Okay? Keine Panik.“
Ja, genau … keine Panik.
Ich rollte mit den Augen. Die einzige Bewegung, die mir momentan möglich war.
„Hey, was ist hier für eine Versammlung?“ Domenic trat neben Rick und schaute zu mir hinab.

Der ist auch hier? Was zur Hölle?
„Was liegt Leonie hier so faul rum?“
Fuck you, Furot.
Ich rollte erneut mit den Augen und warf ihm einen mürrischen Blick zu. So gut es eben ging.
„Sie kann sich nich‘ beweg‘n, Mann“, erklärte Rick und fuhr sich über den Nacken. „Aber sie kann immer no‘ verdammt bös‘ schau‘n. Und momentan würd‘ ich wett’n, dass sie dich am liebst‘n umbring’n würd‘.“
Richtig geraten, Kätzchen.

„Ach, das will sie dauernd“, meinte Domenic abwinkend und stemmte die Hände in die Hüften. Er hob eine Augenbraue und lehnte sich zu Rick hinüber. „Kann sie uns hören?“
Ja, kann ich, du Idiot!
Rick hob die Augenbrauen. „Ganz offensichtlich, ja. So wie sie schaut, kann sie uns auf jed’n Fall hör’n, Mann. Aber ich frag‘ mich, wie des passiert is‘.“
Das würde ich auch gerne wissen. Auf was für einen Einsatz sind wir? Sind wir in einem Wald? Warum kann ich mich nicht erinnern?

„Die Magie ist seltsam“, meinte Amalie und ich spürte ihre Hände an meinem Kopf. Sie betastete vorsichtig mein Stirn und meinen Nacken. Ich konnte ihr Gesicht nicht sehen, aber ich hörte die Sorge in ihrer Stimme.
Bitte, Am, mach was. Ich hasse es, mich so hilflos zu fühlen. Ok, fuck, nicht heulen, Leonie! NICHT HEULEN!
„Hey, war das dieser kleine Magiewichtel, den ich in dem Gebüsch gefunden habe?“, wollte Domenic wissen und deutete mit seinem Daumen hinter sich.
Der was?
„Der was?“, hakte Rick nach. Domenic hob die Schultern.
„Ganz ehrlich, der Kerl sieht aus wie ein Wichtel … so einer, der beim Weihnachtsmann arbeiten würde.“
„Bei wem?“, hörte ich Amalie verwirrt fragen. Domenics Gesicht entglitt ihm.
„Du kennst den Weihnachtsmann nicht?“

Hallo!? Hier gibt es wichtigere Themen wie der beschissene Weihnachtsmann! Konzentriere dich gefälligst!
„Wo is‘ dieser Wichtel jetzt?“, mischte Rick sich ein und ich war dankbar, dass wenigstens einer sich weiterhin auf mein Problem konzentrierte. Domenic verschwand aus meinem Sichtfeld und ich hörte es Rascheln. Dann hörte ich lautes Fluchen und Kreischen.

Rick verzog das Gesicht, als Domenic erschien und in einer Hand den Wichtel hochhielt. Es war ein kleiner untersetzter Mann mit einer großen Hakennase, der wild strampelte und verlangte, dass man ihn hinunter ließe. Seine Zähne waren gelb und spitz. Seine Haut schimmerte grün wie die Blätter über mir.
Hast du kleiner Freak mich verzaubert?
Wut keimte in mir auf und verdrängte die Panik.
Amalie stand auf, während sie Domenics Wichtel musterte. „Das ist ein Kobold.“
Ein Kobold? … die gibt es wirklich?

„Ein Kobold? Echt jetzt? … Hier?“ Domenic schaute zu dem zappelnden Kobold. Seine dicken Ärmchen waren auf den Rücken festgebunden und seine Augen blitzten auf. Er zischte Domenic an und ich bezweifelte nicht, dass der ihm am liebsten das Gesicht zerfetzen würde, wenn er könnte. Rick schnupperte in die Richtung des Kobolds und verzog das Gesicht.
„Der stinkt nach Curry. Wie Leonie.“
Amalie nickte. „Ja, ich kann seine Magie sehen und spüren. Er ist aber nicht sehr stark und die Magie, die er benutzt, ist seltsam.“

„Hey Kleiner“, wandte sich Domenic an den Kobold und schüttelte ihn. „Nimm den Zauber von Leonie. Hopp, hopp.“
Wow … ernsthaft, Furot? Wie bist du nochmal Teamleiter geworden?
„Fick dich, Mensch!“, kreischte der Kobold mit hoher Stimme und schnappte in Domenics Richtung.
Gut gemacht, Domenic. Das war wirklich beeindruckend.

„Ich wollte ja nicht soweit gehen,…“, meinte Domenic und sein Gesicht wurde ernst. „… aber wir haben hier einen ziemlich hungrigen und gefährlichen Tiger, der dich einfach frisst, wenn du nicht kooperierst.“. … ernsthaft jetzt? Willst du mich gerade verarschen?
Ich rollte mit den Augen, während Rick eine Augenbraue hob.
„Ich werd‘ den Wicht sicherlich nich‘ ess’n, Mann. Da krieg‘ ich nur Blähungen.“

„Was hast du gerade gesagt?“, fragte Amalie Rick.

„Eh …“

„Dass er den Wichtel hier nicht essen will“, meinte Domenic beleidigt.
„Ich bin ein
Kobold, du beschissener Mensch!“, keifte der Kobold Domenic an.
„Nein, das andere“, meinte Amalie und stand auf.
„Des mit den Blähung’n?“, erwiderte Rick und schaute skeptisch drein. Amalie nickte.
„Ja, das ist es!“, rief sie aus und schlug sich gegen die Stirn. „Bei den Waldgeistern, warum bin ich darauf nicht nicht schon früher gekommen?“
Äääh … was?
„Hä?“, entfuhr es Domenic im selben Moment. Er schaute drein, wie ich mich fühlte. Völlig verwirrt. Rick verschränkte die Arme vor der Brust.
„Also, Kobolde sind magische Wesen, wie ihr vielleicht wisst“, erklärte Amalie. „Allerdings haben sie keine große Begabung für Zauber oder das Anwenden von Magie.“
Ja, und? Was hilft uns dieser Geschichtsausflug jetzt?

„Kobolde haben allerdings einen magischen Abwehrmechanismus, der ihnen hilft, wenn sie in Gefahr sind. Sie …“ Amalie errötete.
„Sie was, Am?“, hakte Rick nach. Domenic blickte zu ihr, während der Kobold ganz still geworden war. Er starrte zu Amalie hinüber, deren Wangen rot glühten wie Tomaten.
„Sie … nun ja … lassen Luft ab und diese
Luftausdünstung kann andere Wesen für eine bestimmte Zeit lähmen und lässt sie vergessen, was die letzten Minuten passiert ist … das ist eben deren Schutzmechanismus. Deswegen erinnern sich die meisten Opfer nie daran, wer ihnen das angetan hat und was genau passiert ist.“

WAS ZUR HÖLLE?! Soll das etwa heißen, dass dieser kleine Freak …

Domenic begann zu lachen. „Verstehe ich das richtig, dass dieser Kobold Leonie angefurzt hat und sie deswegen gelähmt ist?“

Oh fuck, ist das ja scheiß peinlich …

„Die Elfenschwester liegt richtig, Menschen-Wichser!“, gackerte der Kobold und drehte seinen Hintern in Domenics Richtung, dem sein Lachen im Halse stecken blieb.
Oh oh.
Rick wollte den Kobold wegstoßen, doch da pupste er beiden direkt ins Gesicht.
Eine gelbe Wolke legte sich über die beiden und bevor sie irgendetwas sagen konnten, brachen sie zusammen und verschwanden aus meinem Sichtfeld. Ich hörte dumpfe Aufschläge und die Erde unter mir vibrierte leicht.

Hahahaha … Idioten! Jetzt bin ich wenigstens nicht mehr die Einzige in dieser Scheiß-Situation. Muhahaha …
Ich hörte Amalie seufzen, während sie den Kobold packte, bevor er wegrennen konnte. Dieser fluchte so laut und derb, dass Amalie weiter errötete.
„Wie lange hält dein Zauber?“, fragte sie den Kobold, doch dieser schnappte nach ihr und zappelte wild. Amalie seufzte und die Luft um sie lud sich elektrisch auf. Auf einmal erstarrte der Kobold. Seine Augen waren vor Panik weit aufgerissen, während Amalie fremde Worte murmelte.

„Nun?“, wandte sie sich erneut an den Kobold.
„Eine Stunde. Maximal zwei.“ Die Stimme des Kobolds klang mechanisch und erzwungen, als würde er nicht selbst sprechen.
EINE verdammte Stunde?! Boah, ne … das kann doch nur ein schlechte Alptraum sein.

Amalie seufzte erneut und schaute sich um. Sie lächelte entschuldigend.
„Nun, die gute Nachricht ist, dass wir den Übeltäter gefunden haben … die schlechte Nachricht ist, dass ich den Zauber nicht auflösen kann. Daher müssen wir leider warten, bis ihr euch wieder bewegen könnt.“

Großartig! Ganz, ganz großartig …