Ein unkonventioneller Schreibtipp gegen Prokastination

Kennst du diese Tage?

Tage, an denen man sich schwach und ausgelaugt fühlt. An denen man nur die Decke über den Kopf ziehen will und der Welt den Mittelfinger zeigen will?

Am Wochenende hatte ich genau so einen „Scheiß-Tag“. Mein Körper und Geist waren schlapp und ich fühlte mich energielos. Schwach. Träge. Faul.

Es war verdammt schwer – beinahe unmöglich – aus dem Bett aufzustehen. Es war verdammt schwer, mich überhaupt zu irgendetwas aufzuraffen. Der innere Schweinehund war stark in mir.

Als ich einen Blick in meinen Kalendar und die Aufgaben, die ich mir vorgenommen hatte, warf, fühlte es sich an, als würde mein Körper sagen:

Wie soll ich das heute alles schaffen?

Wie soll ich schreiben, wenn mein Kopf so leer ist?

Wie soll ich mich in eine romantische Geschichte hineinversetzen, wenn ich zu erschöpft überhaupt irgendetwas zu fühlen?

Ich will zurück ins Bett!!!!

Wenn du zur schlafen Socke wirst

Natürlich ärgerte es mich, dass ich auf einmal so energielos war. Ich konnte mir nicht erklären, warum ich auf einmal so schwach war.

Ja, ich hatte die Woche gearbeitet und es war etwas stressig gewesen, aber ich hatte auf mich geachtet und genügend geschlafen. Woher kam dann dieses Gefühl? Oder war das einfach Faulheit, die sich getarnt hatte?

Immerhin ist es ja Wochenende und da muss man ja “entspannen”, chillen … die Seele baumeln lassen. Netflix ruft schon.

Aber ich hatte einige Pläne und Ziele für das Wochenende. Ich wollte schreiben, was ich unter der Woche nicht geschafft hatte. Ich hatte mich sogar richtig darauf gefreut, Zeit für‘s Schreiben zu haben.

Manchmal hat man diese Tage.

Manchmal hat man diese Tage, an denen man sich schwach und verletzlich fühlt. Wie Tony Stark ohne seine Ironman Anzüge. Oder wie Captain Amercia ohne Bucky. Tage, an denen man absolut keine Lust hat, irgendetwas Produktives zu tun.

Doch in diesen Momenten taucht bei mir mittlerweile eine kleine Stimme auf, die mir zuflüstert:

„A real writer has to write. You write on the good days. You write on the bad days. Just keep writing.“

Ich glaube, das ist meine Autorenstimme. Und, ja, sie ist auf Englisch. Seltsamerweise. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass sie auch die Stimme von Neil Gaiman hat. 😀 #fangirlalarm

Denn ich habe mittlerweile so viele Interviews mit ihm angehört, dass ich genau weiß, wie er redet und was er sagen würde. Zumindest bilde ich mir ein, dass ich weiß, was er sagen würde. Irgendwie habe ich mit ihm anscheinend ein imagnäres Mentorverhältnis angefangen … 😀 Wenn das mal nicht verrückt und weird klingt, weiß ich auch nicht. #Autorenwahnsinn

Aber egal. Über die Charaktere in meinem Kopf reden wir ein andern Mal …

Jep, ich hab noch mehr. 😀 Wahrscheinlich hältst du mich jetzt für entweder total bekloppt oder du freust dich, weil du nicht der/die Einzige bist, der/die imaginäre Unterhaltungen hat … Aber hey, ich war schon immer komisch.

giphy
Deal with it! (Quelle: Giphy)

 

Höre auf die Stimme in deinem Kopf aka deinen Jiminy Cricket

Ich bin mir allerdings sehr sicher, dass jeder so eine kleine Stimme in sich hat. Eine Stimme, die dir hilft, wenn du an dir zweifelst. Die dir sagt, was richtig ist und die dich drängt weiterzuschreiben.

Egal, wie du drauf ist. Egal, wie scheiße gerade alles ist. Egal, ob du Lust hast oder nicht. Die Frage ist nur, ob du sie auch hören willst. 😉

Quasi wie ein Gewissen. Wie Jiminy Cricket.

Aber auch wenn mein innerer Neil – mein Jiminy – zu mir gesprochen hat, hieß das natürlich noch lange nicht, dass ich danach mega motiviert zum Schreiben gerannt bin.

Ich meine, es wäre supercalifragilisticexpialigetisch, wenn das klappen würde. Aber leider bin ich nicht Mary Poppins, obwohl das cool wäre mit dem Regenschirm fliegen zu können.

Doch dank Neil wusste ich, dass ich mich da durchkämpfen musste. Denn, wenn ich wie er ein Autor sein will, dann muss ich mich auch so verhalten.

„Perserve. Get it as good as you can, and then keep going.“

Also habe ich geschrieben und überarbeitet. Ich wusste natürlich, dass ich nicht das schaffen konnte, was ich eigentlich geplant hatte, weil dafür war ich ehrlich gesagt einfach zu erschöpft.

Aber das ist in dem Fall egal. Hauptsache du schreibst. Hauptsache du beschäftigst dich mit deiner Geschichte.

Egal, was ist. Hör nicht auf zu schreiben.

 

Finde deinen Jiminy Cricket/Neil

Ich weiß, dass es wieder andere Tage geben wird. Tage, an denen ich voller Energie, Zuversicht und Inspiration bin. Tage, an denen mir die Welt gehört und mir die Worte nur so zufliegen.

Doch manchmal gibt es eben auch diese anderen Tage, in denen man sich schwach und kraftlos fühlt. An denen du keine Motivation findest und genau an diesen Tagen brauchst du deinen Neil.

Das kann wie bei mir ein Autor sein, den du bewunderst. Aber es kann auch jemand anderes sein. Vielleicht ist es auch ein fiktiver Charakter? Oder ein Selbstkreierter?

Das Wichtige an deinem Neil ist, dass er dich motiviert. Dass er gegen deinen inneren Schweinehund kämpft und dich daran erinnert, warum du schreibst. Vor allem aber sollte er dich daran erinnern, dass du ein Autor bist und dass es auch schlechte Tage gibt.

Aber das ist okay. 😉

Denn du schreibst weiter.

Kleiner Hinweis am Schluss:

Dies ist keine Aufforderung dafür, dass du bis zur völligen Erschöpfung arbeitest und dir einen von diesen fiesen Burnouts holst! Bitte achte auf dich und entscheide selbst oder mit deinem Jiminy Cricket, ob vielleicht doch eine Auszeit das Bessere wäre. 😉

 


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Reminder: Auszeit

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