Buchfazit: Stolz und Vorurteil

Autor: Jane Austen

Titel: Stolz und Vorurteil

Originaltitel: Pride and Prejudice

Genre: Romantik, Novel, Fiktion

Wie kam das Buch zu mir?

Ich wollte schon immer mal ein Buch von Jane Austen lesen, denn die Filmadaptionen gehören zu meinen Lieblings-Schmacht-Liebesfilmen. Ganz vorne mit dabei natürlich auch „Stolz und Vorurteil“.

Als ich dann im Bücherladen das Buch mit dem schönen neuen Coverdesign sah, habe ich es kurzerhand mitgenommen, um die Geschichte um Elizabeth Bennet und Mr. Darcy endlich zu lesen.

Ich kann gleich zu Anfang sagen: Ich wurde nicht enttäuscht! Das Buch hat mich wirklich seit der ersten Seite gefesselt.

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Quelle: Giphy

Um was geht es denn jetzt?

Für diejenigen, die das schon wissen. Die können diesen Part einfach überspringen. 😉 Ich gehe mal davon aus, dass viele Leute die Geschichte in „Stolz und Vorurteil“ kennen, denn der gehört für mich auf jeden Fall zu den Klassikern.

Hier trotzdem eine kleine und knackige Inhaltsangabe:

Elizabeth, die Hauptfigur, ist die zweitälteste Tochter von Mr. und Mrs. Bennet. Insgesamt haben die Bennets fünf Töchter und wie das damals üblich war, wollte man natürlich alle gut verheiraten. Denn ohne Ehemann hatten es die Frauen damals nicht leicht und außerdem würde das Erbe ihres Vaters auch an den Nächstliegenden männlichen Erbe gehen und nicht an die eigenen Töchter!

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Quelle: Giphy

Daher setzt die quirlige und einnehmende Mutter alles daran, ihre Töchter unters Volk zu bringen und vor allem an die betuchten Männer.

Als sich dann für die Älteste, Jane, eine reiche Partie anbietet, ist die Mutter ganz außer Häuschen und ohne Schamgefühl schmeißt sie sich an den guten Mr Bingley ran. Doch der zarten Liebelei zwischen Mr. Bingley und Jane Bennet kommt sein griesgrämiger und arroganter Freund, Mr. Darcy, dazwischen, denn er redet seinem Freund ein, dass diese Ehe kein gutes Licht auf seine Familie werfen würde.

Elizabeth kann Mr. Darcy von Anfang an nicht ausstehen und die beiden geraten immer wieder aneinander. Doch während Elizabeths Abneigung gegenüber ihn weiter wächst, entdeckt Mr. Darcy, dass er gerade sein Herz an die lebhafte und scharfsinnige Elizabeth verliert.

Doch sollte er wirklich eine Heirat in Betracht ziehen? Denn Elizabeth ist nicht nur unter seinem Stand, sondern ihre Familie – allen voran ihre Mutter und jüngere Schwestern – benehmen sich zutiefst peinlich und anstandslos.

Zudem ist er einer der Gründe, warum ihrer Schwester Jane eine Liebesheirat verwehrt geblieben ist. Ob Elizabeth ihm deswegen je verzeihen kann?

Das hat mir gefallen:

Mr. Bennets Sarkasmus

Die Art von Elizabeths Vater wird in dem Buch oft als „philosophische Gelassenheit“ bezeichnet, aber für mich das einfach nur trockener Sarkasmus. 😀

„So, Lizzy“, sagte er eines Tages, „deine Schwester hat also Unglück in der Liebe gehabt. Herzlichen Glückwunsch. Vom Heiraten abgesehen ist es das Schönste für ein Mädchen, ab und zu ein bißchen unglücklich verliebt zu sein. Da hat sie was zum Nachdenken, und sie hebt sich irgendwie von ihren Freundinnen ab. Wann kommst du dran? (…) Such dir Wickham aus. Das ist ein netter Bursche, der wird dich bestimmt schön sitzenlassen.“

Aber wahrscheinlich resigniert der gute Mr. Bennet einfach schon wegen seiner peinlichen Frau und den anstrengenden Töchtern. Ich meine, es ist sicherlich nicht leicht, wenn man mit so vielen Frauen zusammenlebt. 😀

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Quelle: Giphy

„Dieses Theater“, rief er, „hat doch auch sein Gutes: Es verleiht dem Unglück solch vornehmen Glanz! Morgen mach‘ ich es auch so, ich setze mich in die Bibliothek, Nachtmütze auf dem Kopf, Pudermantel um die Schultern, und mach‘ allen so viele Umstände wie möglich – aber vielleicht verschiebe ich es auch, bis Kitty wegläuft.“

Neues Lieblingswort: Dünken, dünkelt, Dünkel

Immer, wenn dieses Wort vorkam, musste ich kurz innehalten, denn ich habe das vorher noch nie irgendwo gelesen. Irgendwie kenne ich das nur von den Gedichtsanalysen von der Schule.

Hätte er nur sein eigenes Glück geopfert, so mochte er damit umspringen, wie es ihn am besten dünkte, aber es ging auch um das ihrer Schwester, (…)

Faszinierend, wie universell einsetzbar das Wort ist, nicht wahr? 😀

(…) oder daß er ein vornehmes Mädchen mit Geld, Beziehungen und Standesdünkel heiratet.

(…), dass ihn teils sein fruchtbarer Dünkel getrieben hatte (…)

Das hat mir nicht gefallen:

Natürlich war mir bekannt, dass Jane Austen einen speziellen Schreibstil hat, da ihre Bücher in einer anderen Zeit geschrieben wurden, aber dass ich mir manchmal so schwer tun würde, hätte ich nicht gedacht.

Ich hatte extra schon die deutsche Version gewählt, weil ich mir sicher war, dass ich das „Alt-Englisch“ nicht verstehen würde, aber ich musste manche Sätze wirklich mehrmals lesen.

Leider bin ich auch nicht wirklich reingekommen und das hat den Lesefluss für mich persönlich manchmal etwas gestört.

Weitere Lieblingsstellen:

(…) das darauffolgende allgemeine Schweigen ließ Elizabeth davor erzittern, ihre Mutter könnte sich noch einmal blamieren.

Hier merkt man, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt und Elizabeth doch auch zu der „philosophischen Gelassenheit“ ihres Vaters neigt:

Sir William Lucas und seine Tochter Maria, ein gutmütiges Mädchen, aber ebenso hohlköpfig wie er, wußten nichts zu sagen, was des Zuhörens wert gewesen wäre, und Elizabeth lauschte ihnen mit etwa demselben Vergnügen wie dem Rattern der Räder.

Mit diesen Stellen konnte ich mich gut identifizieren:

Der Aufruhr in ihrem Innern war quälend und mächtig.

Zwei Stunden wanderte sie die Straße entlang, in alle möglichen Gedanken verloren.

Würde ich es weiter empfehlen?

Ja. 🙂

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Quelle: Giphy

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