Buchfazit: Die Flüsse von London

[Dies ist keine Werbung, sondern meine eigene Meinung und eine persönliche Rezension über das Buch.]

Autor: Ben Aaronovitch

Titel: Die Flüsse von London

Originaltitel: Rivers of London

Genre: Fantasy / Krimi

Wie kam das Buch zu mir?

Eigentlich ganz auf dem üblichen Weg und nicht gerade spektakulär. Ich war mit einer guten Freundin im Hugendubel unterwegs und da ist mir das Buch ins Auge gesprungen. Ja, weil das Cover wieder mal sehr ansprechend ist. 😉

Und weil ich das mit London spannend fand! Ich habe nämlich erst dieses Jahr diese wunderschöne Stadt zum ersten Mal besucht und mich ganz verliebt. 🙂 Daher hat der Titel mich auch ziemlich überzeugt.

Wegen dem letzten Buch, das ja nicht so prickelnd war, habe ich auch gleich noch im Hugendubel reingelesen. Sicher ist sicher! Ich musste gleich bei den ersten Seiten lachen. 😀 Also war das Buch ganz schnell gekauft. ^^

Um was geht es denn jetzt?

Es geht um den frisch gebackenen Constable Peter Grant, der feststellt, dass er ein Magier ist. Das stellt er ziemlich subtil fest, als ihm ein Geist bei einer nächtlichen Polizeiarbeit über den Weg schwebt und als Zeuge für einen Mord aussagt. 😀 Ja, sehr schräg, ich weiß! 😉

Kurz darauf wird Peter in die geheime magische Abteilung der Polizei versetzt. Diese Abteilung besteht allerdings nur aus ihm und seinem Meister, Inspector Thomas Nightingale. Nur wenige wissen über diese Abteilung Bescheid und, dass es so was wie magische Wesen und Geister gibt. Man lernt auch schnell im Buch Mama Themse, die Flussgöttin der Themse kennen. 😉

Bald schon verpflichtet sich Peter also als Lehrling dem Inspector gegenüber und zusammen treffen sie auf weiter skurrile Vorfälle. Diverse Leuten rasten auf einmal und scheinbar grundlos aus und bringen andere Menschen um!? Ja, ziemlich krass und teilweise ziemlich blutig und brutal! Doch, was steckt dahinter? … Das müsst ihr dann schon selber lesen … 😉

Das hat mir gefallen:

Sarkasmus & Trockener Humor – Genau mein Ding!

Der Autor hat einen großartigen Humor und einen wunderbar unbeschwerten Schreibstil dazu! Ich habe wirklich sehr oft lachen oder schmunzeln müssen. Und ja, der Sarkasmus ist sehr stark in ihm! 😉

„Mit seinem Gesicht stimmte was nicht? Wie meinen Sie das?“

„Es stimmte eben etwas nicht“, sagte sie und zuckte mit den Schultern. Solche Aussagen machen Augenzeugen wie diese Krankenschwester zu absoluten Höhepunkten der polizeilichen Ermittlungsarbeit.

Aber es gibt nicht nur sarkastische Stellen, die mich sehr erfreut haben, sondern auch so großartige Situationskomik mit trockenem Humor:

“Ich würde ihn (den Hund) nicht zu Fäustlingen verarbeiten”, bemerkte Nightingale.

“Nein?”

“Er ist ein Kurzhaarterrier”, erklärte er. “Als Fäustlinge sehen die schrecklich aus. Würden aber vielleicht eine akzeptable Fellmütze abgeben.”

Popkultur Referenzen & „Redet der mit mir?“ – Wenn Autoren die vierte Wand brechen

Bei meiner kleinen Recherche zu dem Autor habe ich festgestellt, dass der auch schon öfters für die TV Serie „Doctor WHO“ geschrieben hat! (Ja, Jenny! Ha, das wusstest du wahrscheinlich nicht, gell? 😀 )

Und daher ist es dann doch nicht so ganz überraschend, dass er das natürlich als Referenz reinbringen muss:

(…) und fragen Sie mich bitte nicht, woher ich weiß, wie ein Smokingjackett aus der Zeit König Edwards aussieht – sagen wir einfach, dass es etwas mit Doctor Who aus der TV-Serie zu tun hat, und belassen wir es dabei.

Nicht nur, dass der Autor gerne Popkultur Referenzen reinbringt (das lässt mein Fangirl Herz immer höher schlagen!), sondern er spricht auch öftersmal den Leser direkt an. Ich muss sagen, ich war kurz irritiert und ein wenig überrascht. Immerhin spricht nicht jeden Tag beim Lesen das Buch einen persönlich an. 😀 Aber es hat mir durchaus gefallen. ^^

Geschichtliche Wissenshäppchen – Ui, da lernt man ja noch was dazu!

Da die Hauptfigur und wahrscheinlich auch der Autor sehr interessiert an Geschichte sind, bekommt man als Leser immer wieder Häppchen über die Geschichten und Mythen Londons serviert. Ziemlich cool, wie ich finde, weil ich doch auch gerne immer dazu lerne.

Manchmal war ich mir nur nicht ganz so sicher, ob er da nicht auch was erfindet, weil sooo gut ist mein geschichtliches Wissen jetzt nicht. 😀 Aber ich habe schon meinen Bruder (Geschichtsnerd & Klugscheißer der netten Sorte) darauf angesetzt und dann kann ich auch nochmal mehr dazu sagen. ^^

Das hat mir nicht gefallen:

Naja, das ist jetzt eigentlich ein Punkt, der mir anfangs nicht gefallen hat und dann aber schon. 😀 Klingt komisch, ist aber so. 😉

Ich erkläre euch gerne, was es damit aus sich hat, bevor ihr weiterhin mit fragenden Gesichtern vor euch hinstarrt.

Der Hauptcharakter, Peter Grant, neigt dazu, sehr leicht abzuschweifen. Seine Kollegin Lesley hat ihn darauf auch schon öfters hingewiesen und für sie ist das auch der Grund, warum er kein guter Polizist wird.

Das passiert auch beim Lesen. Ein Beispiel dazu:

Wir sind gerade mitten in einer spannenden Unterhaltung, die Stimmung ist angespannt und man wartet sehnlichst auf die Antwort von dem Gegenüber. Es geht quasi um Leben und Tod! Und auf einmal erzählt Peter einem was von einem Polizeieinsatz, bei dem eine Mutter ihr Kind im Shopping Center verloren hat …

Und ich so … WTF? 😀 Was? Das ist mir doch jetzt egal!

Ja, genau. Das war teilweise etwas nervig, bis ich verstanden habe, dass der Autor das macht, weil Peter eben leicht abzulenken ist. Er lässt diese Eigenart eben auch in seinem Schreibstil mit einfließen. Entweder das oder der Autor schweift selber einfach gerne ab. 😀

Weitere Lieblingsstellen:

Eine weitere Popkultur Referenz

„Also gibt es wirklich Magie“, sagte ich. „Und Sie sind… Was denn nun?“

„Ein Zauberer.“

„Wie Harry Potter!“

Nightingale seufzte. „Nein, nicht wie Harry Potter.“

„Wieso nicht?“

„Ich bin schließlich keine fiktive Romanfigur“, antwortete er.

Ich mag Nightinggales trockenen Humor einfach. 😀

„Haben Sie das gesehen?“, fragte Nightingale so plötzlich, dass mir fast das Herz stehen blieb.

„Jesus!“, stieß ich hervor.

„Nicht auf diesem Fluss“, winkte Nightingale ab. „Nicht mal Blake glaubte, dass das möglich wäre.“

Das hätte auch mir passieren können, wenn ich bei der Polizei wäre. 😀

Lesley und ich sprangen sofort aus dem Auto, womit wir unter Beweis stellten, dass wir nicht mal die Grundlagen der Beschattung beherrschten. Dann fiel uns doch noch ein, dass unauffälliges Verhalten das Gebot der Stunde war, und wir brachen abrupt in lässiges Geplauder aus.

Würde ich es weiter empfehlen?

Definitiv!

2 Kommentare zu „Buchfazit: Die Flüsse von London

Gib deinen ab

  1. Dein Buchfazit hat mich überzeugt den Roman nochmal zu lesen, klingt schon sehr witzig! Und nein, ich wusste nicht das er ein Schreiber bei Doctor Who ist ;D
    Wieder was gelernt!

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