Buchfazit: Das Lied des Blutes

Buchfazit: Das Lied des Blutes

Juni 13, 2018 5 Von Julia Valentina

Autor: Anthony Ryan

Titel: Das Lied des Blutes

Originaltitel: Blood Song. A Raven’s Shadow Novel

Genre: High End Fantasy

Wie kam das Buch zu mir?

Eigentlich auf den einfachsten Weg, den es gibt, und zwar war ich beim Hugendubel und habe in der Fantasy Abteilung gestöbert. Dabei fiel mein Blick auf dieses Cover und kurz darauf habe ich auch schon den Laden mit diesem Buch verlassen. 😉

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Quelle: Amazon

So einfach kann das manchmal gehen. Aber vielleicht war das auch zu einfach … denn, um gleich die Wahrheit zu sagen und die Hosen herunter zu lassen:

Ich hab das Buch etwa nach 200 Seiten aufgehört zu lesen … dam, dam, daaaaam …

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Quelle: Giphy

Jap, ich hab es einfach nicht weiter lesen können. Aber mehr dazu gleich.

Um was geht es?

Es geht um Vaelin al Sorna, den berühmten und gefürchteten Kämpfer des Reiches und seine Lebensgeschichte. Einst war er von seinem Vater in das Kloster des Sechsten Ordens gebracht worden, wo er zu Krieger ausgebildet wurde. Daraufhin beginnt seine Reise vom jungen Novizen zum gefürchteten Kämpfer und schließlich bis zum „Hoffnungstöter“, weil er den beliebten Thronerben des Reiches tötet.

Das hat mir gefallen:

Der Einstieg

Beim Einstieg hat mir gefallen, dass man aus der Perspektive eines Hof-Schreiberlings die Geschichte gelesen hat. Er ist auf den berühmten „Hoffnungstöter“ Vaelin getroffen und begleitet ihn auf seine letzte Reise als Gefangener. Man spürt den Hass und die Wut des Schreiberlings auf Vaelin, doch man weiß noch nicht genau warum das so ist. Interessant ist auch, dass auf dem Weg zum Schiff ihnen noch ein weiterer Mann begegnet, der Vaelin allerdings nicht fürchtet, sondern respektiert und ihm dankt, dass er ihn damals geholfen hat. Man bekommt schon ein sehr gespaltenes Bild von dem Hoffnungstöter mit und wird neugierig, was dahinter steckt.

Auf dem Schiff beginnt dann Vaelin seine Geschichte dem Hof-Schreiberling zu erzählen. Da wechselt das Buch ganz normal zu der Perspektive von Vaelin und man steigt in seiner Jugend ein, als er von seinem Vater ins Kloster abgegeben wurde.

Die Welt

Auf jeden Fall Hut ab für die Welt und die Glaubwürdigkeit, die in diesem Buch steckt. Ich war sehr fasziniert von all den Städten, Religionen, diversen Ländern, Kulturen und den Beschreibungen der Orte. Vor allem fand ich das Ordenssystem mit den politischen wie religiösen Anschauungen und Regeln, die die jungen Novizen während ihrer Zeit dort lernten, spannend.

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Quelle: Giphy

Das hat mir nicht gefallen:

Schreibstil

Ich habe es wirklich lange probiert und habe mich Seite für Seite durchgeschlagen, aber der Schreibstil ist für mich zu trocken. Der Autor beschreibt gerne, viel und sehr genau. Man liest dann über Seiten, wie die jungen Novizen Schwerter schmieden und wie genau das funktioniert. Oder wie sie sich in der Wildnis Unterschlüpfe bauen oder versuchen zu überleben. Was an sich eigentlich interessante Themen sind und andere fänden das wahrscheinlich super, aber irgendwie war mir das zu sachlich und langweilig.

Während dem Lesen habe ich auch nicht einmal inne gehalten, um zum Beispiel einen schön geschriebenen Satz, eine interessante Metapher oder einen coolen Schreibkniff zu bewundern. Nichts hat mich irgendwie verzaubert und das war … nun ja, um ehrlich zu sein, etwas enttäuschend. Denn normalerweise schreibe ich mir gerne Sätze auf, die mir gefallen. Aus dem Buch habe ich dazu jetzt nichts gefunden.

Nicht greifbare Charaktere

Generell habe ich eigentlich nichts gegen detaillierte Beschreibungen, aber in dem Fall erschienen mir diese wichtiger als die eigentlichen Charaktere.

Während ich ein lebendiges Bild von dem Kloster oder den religiösen Ritualen bekommen habe, fehlte mir komplett die Tiefe der Charaktere. Vor allem war für mich als Leser der Hauptcharakter Vaelin nicht greifbar. Irgendwie fehlte mir eine emotionale Bindung zu ihm und deswegen fiel es mir auch schwer, ihn einzuschätzen und mit ihm mitzufühlen. Ich habe mir mehr wie ein distanzierter Beobachter gefühlt.

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Quelle: Giphy

Keine Ahnung, wie es euch damit geht, aber ich möchte das Innere der Charaktere sehen und mitfühlen können! Charaktere, deren Tiefe und Glaubwürdigkeit sind bei mir einfach das A und O. Ich möchte mich hinein versetzen können und die Geschichte miterleben und nicht als unbeteiligter Zuschauer nur dasitzen.

Immer mal wieder gab es zwar kleine Häppchen, die tiefere Emotionen des Hauptcharakters oder seiner Freunde zeigten, aber diese waren selten und schnell wieder vorbei.

Würde ich es weiter empfehlen?

Mmh … also, vielleicht, wenn man das mag, was ich nicht so mag? So ganz doof war es ja nicht. Irgendwie bin ich unentschieden. 😀

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Quelle: Giphy