Buchfazit: Ein Monster kommt selten allein

Autor: Larry Correia

Titel: Ein Monster kommt selten allein

Originaltitel: Monster Hunter Alpha

Genre: Fiktion, Fantasy, Abenteuerfiktion, Urban Fantasy

Wie kam das Buch zu mir?

Das Buch ist der dritte Band der „Monster Hunter“-Serie und gehört mittlerweile zu meinen Lieblingsbuchserien. Auf den ersten Band bin ich zufällig gestoßen, als ich durch die Fantasy Abteilung im Hugendubel gestreift bin. Auf der Suche nach neuem Leseinput bin ich dann auf dieses geniale Cover gestoßen:

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Quelle: Amazon

Bei dem Titel hat mein Filmherz gleich höher geschlagen. Denn wie geil ist es bitte Filmtitel so umzuschreiben? Statt „Die Geister, die ich rief“ (falls jemand das nicht gleich erkannt hat, gibt’s den Wikipedia Link dazu 😉 ) einfach „Geister“ mit „Monster“ austauschen. Geil! 😀

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Quelle: Giphy

Ich muss ja gestehen, dass ich wirklich sehr auf Cover schaue und, wenn die mich nicht ansprechen, dann lese ich nicht mal den Klappentext. Shame on me … und ein kurzes Gedenken an all die großartigen Bücher, die ich deswegen (noch) nicht gelesen habe.

Bevor ich jetzt aber in die Tiefe des dritten Bandes von „Monster Hunter“ gehe, muss ich noch sagen, dass es hier Spoiler geben wird! Also diejenigen, die die ersten Bände noch nicht gelesen haben und es aber noch vorhaben, die mögen jetzt bitte nicht weiter lesen. 😉

Um was geht es denn jetzt?

In dem dritten Band geht es ausschließlich um Earl Harbinger, dem Leiter der „Monster Hunter International“ (MHI). Man erfährt sehr viel über seine Vergangenheit und wie er zum Werwolf geworden ist, während er sich alleine aufmacht, seinen alten Erzfeind Nikolai Petrov – ebenfalls ein sehr starker Werwolf – zu töten.

Doch bald schon merkt Earl, dass Nikolai und er in eine Kleinstadt gelockt wurden, weil ein anderer Werwolf, der als „Alpha“ bezeichnet wird, die beiden für ein Ritual braucht, dass die gesamte Menschheit auslöschen soll. Natürlich, wie könnte es auch anders sein?! 😉

Earl wird in eine Fall gelockt und durch Magie von seinem Werwolfsfluch befreit. Doch er kann sich nicht wirklich darüber freuen, dass er nach all den Jahren endlich wieder menschlich ist, denn kurz darauf bricht eine Werwolf-Apokalypse in der Kleinstadt aus.

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Quelle: Giphy / Aus dem Film „Die Hard“

Jetzt wieder menschlich und seiner übernatürlichen Kräften beraubt, kämpft Earl trotzdem weiter und versucht, so gut es ihm möglich ist, die unschuldigen Bürger zu retten. Zumindest die, die noch nicht in Werwölfe verwandelt wurden. Während all dem Chaos und den unzähligen blutigen Kämpfen vermisst er seine übermenschlichen Kräfte, die er durch den Werwolfsfluch erhalten hat, und merkt, dass dieser Fluch vielleicht doch nicht so schlimm gewesen war, wie er es empfunden hatte. Zusammen mit Heather, der toughen Polizistin der Kleinstadt, formt er einen kleinen Widerstand und stellt sich diesem Alpha, der drauf und dran ist alle Menschen in Werwölfe zu verwandeln.

Kurz gesagt geht es also in Earl Harbingers Worten darum:
„Wir finden den Super-Werwolf. Wir schießen ihm in die Fresse. Wir sagen ein paar Worte auf. Dann genehmigen wir uns Kaffee und Donuts. Geht auf mich.“
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Quelle: Giphy / Aus dem Film „Die Hard“

Diese Bruce-Willis-Badass-Gifs passen einfach so gut zu diesem Buch und zu dem knallharten Earl Harbinger. 😀 Der Earl hat auf jeden Fall was von John McClane. 😉

Das hat mir gefallen:

Liebes Tagebuch …

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Quelle: Giphy

Sehr cool fand ich, dass man zu Beginn jedes Kapitels ein Tagebucheintrag von Earl liest und so mehr und mehr von den knallharten Monsterjäger erfährt. Man weiß jetzt, warum der zum Beispiel einen Ausnahme-Monster-Status hat und nicht gejagt werden darf und wie er sich diesen verdienen musste.

Eine der traurigeren Anekdoten ist, wie er seine Lederjacke, die ein Markenzeichen von ihm ist, bekommen hat. Das ist nämlich nicht nur eine x-beliebige Jacke, sondern die ist quasi undurchdringlich und rettet ihm vor allem, als er wieder ein Mensch ist, öfters das Leben, weil sogar Werwölfe nicht durch das Leder beißen können.

 Parallelgeschichten:

Spannend ist es vor allem, weil man neben Earl noch anderen Charakteren durch die Geschichte folgt und somit immer andere Blickwinkel hat. Zum Beispiel gibt es einen korrupten Agent Stark vom Amt für Monsterkontrolle, dem offiziellen Regierungspendant zur MHI, der mit einem seiner Männer in die Kleinstadt fährt, um sich dort heimlich die Prämie für einen Werwolf unter den Nagel zu reißen. Dabei trifft er zufällig auf Earl, den er wie jeder andere Agent natürlich kennt. Genauso ist auch jedem Agent bekannt, dass Earl als einer der wenigen „Monster“ einen Ausnahmestatus besitzt, weswegen er ihn nicht anrühren darf. Auch, wenn er ihm gerne einen Kugel durch den Kopf schießen will. Natürlich eine Silberkugel. 😉 Andernfalls hätte Earl nur eine richtig fiese Migräne und wäre stinksauer … 😀

Agent Stark, der befürchtet, dass Earl ihm seine Prämie versaut, wittert jetzt aber die Chance, dass er diesen Angeber endlich aus dem Weg räumen kann.

Hier ein netter Ausschnitt, als Stark und Earl das erste Mal in einem Lokal aufeinander treffen:

„Hallo, Agent Stork. Ist lange her“, sagte Harbinger und klang dabei durch und durch freundlich. Dieser Akzent eines ungebildeten Konföderiertenhinterwäldlers, eines Countrymusik hörenden Ziegenschänders ließ Stark noch wütender werden.

„Stark“, korrigierte er. „Was machen Sie hier, Harbinger?“

„Urlaub. Diese Herren haben mir gerade erzählt, wie gut man hier in der Gegend angeln kann. Übrigens haben die hier veflucht gute Steaks. Und Sie?“

„Offizielle Angelegenheiten. Und Sie halten sich aus denen besser raus.“

Harbinger lächelte. „Ich müsste schon beträchtliche Einkommenseinbußen hinnehmen, um meine Zeit mit Ihren Angelegenheiten zu vergeuden.“

Neben Agent Stark ist es vor allem interessant, die Polizistin Heather Kerkonen zu begleiten. Die toughe Frau arbeitet schon lange bei der Polizei und war nach einer sehr erfolgreichen Karriere in einer großen Stadt wieder hierher zurückgekehrt, als es ihrer Mutter schlechter ging. Mittlerweile hat sie keine Familie mehr, weil ihre Eltern in den letzten Jahren verstorben sind.

Während der Werwolfsfluch sich in ihrer Heimatstadt ausbreitet wird sie dann auch noch zu allem Überfluss infiziert. Doch aus irgendeinem Grund kann sie sich für einen „Welpen“ extrem gut kontrollieren und Earl hilft ihr sich mit dem neuen Umständen zurecht zu finden. Doch Heather, die einen sehr flexiblen Verstand besitzt, gewöhnt sich schnell an ihre neuen „Kräfte“ und stellt sogar einige Vorteile fest:

„(…) Sie meinen, ich kann essen, was ich will, so viel ich will, und ich werde nie fett werden?“ Überrascht stammelte Harbinger seine Antwort hervor: „Äh … ja, sicher.“ Es schien eine aufsehenerregende Vorstellung für sie zu sein.                             „Donuts, Kekse, Schokolade? Oh mein Gott … Kuchen?“

Was soll ich sagen? Heather ist einfach toll! 😀

 

Das hat mir nicht gefallen:

Man merkt manchmal während dem Lesen, dass der Autor ein sehr großer Waffenfan ist und weswegen er oft die Pistolen, Gewehre usw. sehr genau beschreibt oder genau sagt, um welches Modell es sich handelt. Wie die Waffe modifiziert wurde, um gegen Monster noch besser standzuhalten. Welche Patronen da rein passen und was das Teil alles kann … Ja … also … ich bin jetzt nicht wirklich ein Waffenfreund …

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Quelle: Giphy

Eigentlich haben mich diese Stellen immer echt genervt, weil mich das nicht wirklich interessiert hat und ich die Faszination für Waffen nicht verstehe.

Schwierig war es für mich dann auch manchmal, weil Earl, obwohl ich den wirklich vergötterte als Charakter, halt einfach ein Südstaatler ist, der Waffen liebt. Andererseits, wenn man natürlich wie er weiß, was da für Monster unter den Menschen rumlaufen, sind Waffen ja nicht unpraktisch. ^^‘

Weitere Lieblingsstellen oder -sätze:

Lieblingssätze:

Alpträume. Earl hatte keine Alpträume. Er verursachte sie.
***
Wut bildete ihren Anker.
Noch ein Stark-Earl-Moment:
Stark hob mit einer großen Hand seine Glock an und richtete die Mündung direkt auf Harbingers selbstgefälliges Werwolfgesicht.
“Also … rauchen Sie nicht?”
“Sie sind verhaftet”, spie Stark ihm entgegen. Unbeeindruckt zog Harbinger ein Augenbraue hoch und zündete seine Zigarette an.
“Wofür jetzt genau?”
 

Würde ich es weiter empfehlen?

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Quelle: Giphy

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